Digital Product Passports (DPPs) sind ein zentrales Instrument der EU-Kreislaufwirtschaftsstrategie. Regulierungen wie die Ecodesign for Sustainable Products Regulation (ESPR) schreiben vor, dass Produktinformationen auf dem europäischen Markt transparent gemacht werden müssen. Doch wie lässt sich das in der Praxis umsetzen – sicher, interoperabel und skalierbar?

Ein im Rahmen des champI4.0ns-Projekts entstandenes Paper beschäftigt sich genau mit dieser Frage. Es zeigt, dass DPPs nicht nur der regulatorischen Compliance dienen, sondern auch neue Geschäftsmodelle und Services ermöglichen können – vorausgesetzt, die zugrunde liegende Datenverwaltung stimmt. Eine besondere Herausforderung dabei: DPPs werden von sehr unterschiedlichen Akteuren genutzt, von Verbraucher:innen über Recyclingunternehmen bis hin zu Regulierungsbehörden. Vertrauliche Geschäftsinformationen müssen dabei geschützt, der Datenzugang aber gleichzeitig rollenbasiert differenziert werden.

Der vorgestellte Lösungsansatz setzt auf Wissensgrafen (Knowledge Graphs) sowie Standards wie OWL und SPARQL, um eine maschinell verarbeitbare und semantisch interoperable Grundlage für DPP-Daten zu schaffen – konkret am Beispiel von Holzproduktions-Lieferketten, in denen DPP-Daten über einen Datenraum zwischen Lieferanten ausgetauscht werden. Das System integriert ein Vertrauensmodell für rollenbasierte Vertraulichkeit und bleibt durch konfigurierbare Mappings unabhängig von spezifischen DPP-Schemas – ein wichtiger Beitrag zur Datensouveränität in EU-Datenräumen.

Verfasst wurde das Paper von Autor:innen der Semantic Web Company GmbH (Graphwise), der Vienna University of Economics and Business sowie der Vienna University of Technology. Konsortialpartner im champI4.0ns-Projekt ist die Semantic Web Company.

Das Paper wurde angenommen beim KG4S Workshop, der im Rahmen der 23rd European Semantic Web Conference (ESWC) vom 10.–14. Mai 2026 in Dubrovnik, Kroatien stattfindet.

Das Paper ist hier verfügbar: www.champi40ns.eu/wissenschaftliche-publikationen/